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학술논문헤세연구2010.12 발행

현대의 프로메테우스로서 과학자 - 한스 헨니 얀의 드라마 『양심의 잔해』를 중심으로

Wissenschaftler als moderner Prometheus - Untersucht am Beispiel des Dramas Die Trümmer des Gewissens von Hans H. Jahnn

이문기(인하대학교)

24호, 265~287쪽

초록

In seinem letzten Drama Die Trümmer des Gewissens (1961) setzt sich Hans Henny Jahnn mit der Rolle des Wissenschaftlers im atomaren Zeitalter und dessen Verantwortung auseinander. Das zentrale Thema ist die Bewahrung der menschlichen Kreatur und insgesamt der Natur vor den destruktiven Folgen des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts. Dabei ist die Aktualität, die Jahnn mit seiner Thematik an den Tag legt, überraschend und zugleich bestürzend: 1) Atomkraftwerke, welche außer Kontrolle geraten, stellen eine Bedrohung für die Menschheit dar, 2) die Wissenschaft unterliegt der Überwachung durch staatliche Sicherheitsdienste, 3) die Geschädigten verbünden sich zu einem Bund der Atomkraftgegner. Mit der Darstellung der Hauptperson, des Physikers und Atomforschers Jakob Chervat, zeichnet Jahnn den Konflikt zwischen pflichtbewusstem Handeln als Wissenschaftler einerseits und der großen ethisch-moralischen Verantwortung als Teil dieser Gesellschaft andererseits auf. Erst durch einen oppositionellen Freund werden Chervat die Augen geöffnet: Nach einem Betriebsunfall erfährt Chervat von dem Tod mehrerer tausend Menschen, hervorgerufen durch radioaktive Stoffe, mit denen er in seiner Atomforschung experimentiert. Darüber hinaus wird ihm seine Position als Untergebener der Staatsmacht bewusst, für die er als Wissenschaftler nur ein Handlanger ist. Wie weit er sich bereits auf diese ‘Machtspiele’ eingelassen hat, führt er sich selbst vor Augen, als in seinem engsten Familienkreis Schädigungen durch radioaktive Stoffe auftreten. Die Verstrickung in den Ablauf dieser bedrohlichen Maschinerie ist bereits so weit fortgeschritten, dass Chervats Bestrebungen für Gesetzesänderungen sowie moralische Appelle an die Verantwortlichen zu spät in die Wege geleitet werden und nichts mehr bewirken können. Auch die Allianz der Schwachen, die sich in ethischer Verantwortung zusammenschließt, kann nichts als Visionen und Illusionen vermitteln. Allerdings sieht Jahnn in der Verbrüderung der jungen Männer sein Ideal verkörpert, das einer jeden Intention Kraft und Ausdruck verleiht. Neben der Hauptaussage der nuklearen Bedrohung kritisiert Jahnn die Position von Staat und Kirche, durch welche erst die Rechtfertigung von Entwicklung und Einsatz atomarer Energie und atomaren Waffen möglich wird. Insgesamt konstruiert Jahnn mit seinem Antiatomkraft-Drama eine düstere Vision der Zukunft, dessen pessimistische Grundaussage auf dem Zerstörungspotenzial des Menschen beruht. Das offene Ende des Dramas unterstreicht die Zerrissenheit, in der sich der Wissenschaftler generell befindet: einerseits das Pflichtbewusstsein der Forschung und dem eigenen Idealismus gegenüber, andererseits die Ohnmacht dem Staat gegenüber, in dessen Hand er nur als Marionette fungiert. Letztendlich zerbricht der Protagonist dieses Dramas an den ‘Trümmern’ seines eigenen Gewissens, denn er kann seiner Verantwortung der Menschheit gegenüber nicht in genügendem Maße nachkommen. Hier schließt Jahnn den Kreis zu seinem zweiten Titel des Dramas Der staubige Regenbogen. Während ein natürlicher Regebogen sich auflöst, vermag dies der staubige nicht: Er überlagert die Erde mit einer bedrohenden, vernichtenden Schicht aus Atomstaub. Das einzige, was sich auflöst, ist die Hoffnung und Illusion der nachfolgenden Generationen.

Abstract

In seinem letzten Drama Die Trümmer des Gewissens (1961) setzt sich Hans Henny Jahnn mit der Rolle des Wissenschaftlers im atomaren Zeitalter und dessen Verantwortung auseinander. Das zentrale Thema ist die Bewahrung der menschlichen Kreatur und insgesamt der Natur vor den destruktiven Folgen des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts. Dabei ist die Aktualität, die Jahnn mit seiner Thematik an den Tag legt, überraschend und zugleich bestürzend: 1) Atomkraftwerke, welche außer Kontrolle geraten, stellen eine Bedrohung für die Menschheit dar, 2) die Wissenschaft unterliegt der Überwachung durch staatliche Sicherheitsdienste, 3) die Geschädigten verbünden sich zu einem Bund der Atomkraftgegner. Mit der Darstellung der Hauptperson, des Physikers und Atomforschers Jakob Chervat, zeichnet Jahnn den Konflikt zwischen pflichtbewusstem Handeln als Wissenschaftler einerseits und der großen ethisch-moralischen Verantwortung als Teil dieser Gesellschaft andererseits auf. Erst durch einen oppositionellen Freund werden Chervat die Augen geöffnet: Nach einem Betriebsunfall erfährt Chervat von dem Tod mehrerer tausend Menschen, hervorgerufen durch radioaktive Stoffe, mit denen er in seiner Atomforschung experimentiert. Darüber hinaus wird ihm seine Position als Untergebener der Staatsmacht bewusst, für die er als Wissenschaftler nur ein Handlanger ist. Wie weit er sich bereits auf diese ‘Machtspiele’ eingelassen hat, führt er sich selbst vor Augen, als in seinem engsten Familienkreis Schädigungen durch radioaktive Stoffe auftreten. Die Verstrickung in den Ablauf dieser bedrohlichen Maschinerie ist bereits so weit fortgeschritten, dass Chervats Bestrebungen für Gesetzesänderungen sowie moralische Appelle an die Verantwortlichen zu spät in die Wege geleitet werden und nichts mehr bewirken können. Auch die Allianz der Schwachen, die sich in ethischer Verantwortung zusammenschließt, kann nichts als Visionen und Illusionen vermitteln. Allerdings sieht Jahnn in der Verbrüderung der jungen Männer sein Ideal verkörpert, das einer jeden Intention Kraft und Ausdruck verleiht. Neben der Hauptaussage der nuklearen Bedrohung kritisiert Jahnn die Position von Staat und Kirche, durch welche erst die Rechtfertigung von Entwicklung und Einsatz atomarer Energie und atomaren Waffen möglich wird. Insgesamt konstruiert Jahnn mit seinem Antiatomkraft-Drama eine düstere Vision der Zukunft, dessen pessimistische Grundaussage auf dem Zerstörungspotenzial des Menschen beruht. Das offene Ende des Dramas unterstreicht die Zerrissenheit, in der sich der Wissenschaftler generell befindet: einerseits das Pflichtbewusstsein der Forschung und dem eigenen Idealismus gegenüber, andererseits die Ohnmacht dem Staat gegenüber, in dessen Hand er nur als Marionette fungiert. Letztendlich zerbricht der Protagonist dieses Dramas an den ‘Trümmern’ seines eigenen Gewissens, denn er kann seiner Verantwortung der Menschheit gegenüber nicht in genügendem Maße nachkommen. Hier schließt Jahnn den Kreis zu seinem zweiten Titel des Dramas Der staubige Regenbogen. Während ein natürlicher Regebogen sich auflöst, vermag dies der staubige nicht: Er überlagert die Erde mit einer bedrohenden, vernichtenden Schicht aus Atomstaub. Das einzige, was sich auflöst, ist die Hoffnung und Illusion der nachfolgenden Generationen.

발행기관:
한국헤세학회
분류:
독일어와문학

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