유럽 문명사회의 이분화된 세계 비판 - 한스 헨니 얀의 『메데아』
Ein Versuch, die Entzweiung zu überwinden: Hans Henny Jahnns Medea
정미경(경기대학교)
57호, 213~237쪽
초록
Hans Henny Jahnns Medea gehört zu den fremdesten Medeas unter den zahlreichen Medea-Verarbeitungen. Er mischt der griechischen Medea-Tragödie andere, fremde Mythenelemente bei. So werden die homosexuelle Liebe zwischen dem älteren und jüngeren Knaben sowie die inzestuöse Liebe zwischen Bruder (Apsyrtos) und Schwester (Medea) dargestellt. Vor allem aber fällt die Farbe der Haut auf: Medea wird zur ‘Negerin’. In der schwarzen Haut als äußerstes Zeichen setzt Jahnn das eigentliche Motiv des Andersseins ein. Jahnn thematisiert in diesem Stück die Opposition von Alter und Jugend, Schönheit und Häßlichkeit, Schwarz und Weiß, Männlichkeit und Weiblichkeit, und zeigt, wie die europäische Zivilisation von der eigentlichen menschlichen Natur entfernt ist, indem er das ‘natürlich’ Triebhafte als einzige Handlungsmotivation benutzt. So steht Medea auf der Grenze der Entzweiung und macht gleichzeitig diese Opposition ungültig. Außerdem berührt Jahnn das elementare Tabu der Zivilisation durch die homosexuelle und inzestuöse Liebe der Knaben. Während sich die Welt der Erwachsenen als verlogen und schuldig entlarvt, erscheint diese Liebe der Knaben als wahrhaftig und unschuldig. Auf diese Weise wird die oppositionelle Entzweiung, in der der Eurozentrismus wurzelt, kritisiert.
Abstract
Hans Henny Jahnns Medea gehört zu den fremdesten Medeas unter den zahlreichen Medea-Verarbeitungen. Er mischt der griechischen Medea-Tragödie andere, fremde Mythenelemente bei. So werden die homosexuelle Liebe zwischen dem älteren und jüngeren Knaben sowie die inzestuöse Liebe zwischen Bruder (Apsyrtos) und Schwester (Medea) dargestellt. Vor allem aber fällt die Farbe der Haut auf: Medea wird zur ‘Negerin’. In der schwarzen Haut als äußerstes Zeichen setzt Jahnn das eigentliche Motiv des Andersseins ein. Jahnn thematisiert in diesem Stück die Opposition von Alter und Jugend, Schönheit und Häßlichkeit, Schwarz und Weiß, Männlichkeit und Weiblichkeit, und zeigt, wie die europäische Zivilisation von der eigentlichen menschlichen Natur entfernt ist, indem er das ‘natürlich’ Triebhafte als einzige Handlungsmotivation benutzt. So steht Medea auf der Grenze der Entzweiung und macht gleichzeitig diese Opposition ungültig. Außerdem berührt Jahnn das elementare Tabu der Zivilisation durch die homosexuelle und inzestuöse Liebe der Knaben. Während sich die Welt der Erwachsenen als verlogen und schuldig entlarvt, erscheint diese Liebe der Knaben als wahrhaftig und unschuldig. Auf diese Weise wird die oppositionelle Entzweiung, in der der Eurozentrismus wurzelt, kritisiert.
- 발행기관:
- 한국독일어문학회
- 분류:
- 독일어와문학