렌츠의 희곡 <가정교사>에 나타난 가부장제 고찰
Der Patriarchalismus im Drama Der Hofmeister von Jakob M. R. Lenz
권혁준(인천대학교)
33호, 147~173쪽
초록
Der Patriarchalismus im Drama Der Hofmeister von Jakob M. R. Lenz In dem Drama Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung (1774) von Jakob Michael Reinhold Lenz geht es vorrangig um die Debatte bzw. Kritik an der Institution des Hofmeisters im 18. Jahrhundert. Das Motiv des Hofmeisters ist im funktionellen Kontext des Dramas jedoch der Familienthematik untergeordnet, wobei die Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen in der patriarchalischen Familienstruktur auffallend ist. In dieser Arbeit wird versucht, auf Grundlage der Textanalyse die Merkmale des Patriarchalismus im Drama der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu beleuchten. Die Störung in der patriarchalischen Familienstruktur findet sich vor allem im Haus des Major von Berg: Die Majorin tritt als eine herrschsüchtige Frau auf, die kaum mütterliche Rolle im traditionellen Sinne spielt, wodurch die hausväterliche Gewalt des Majors in Frage gestellt wird. Der Major seinerseits demonstriet den Kindern gegenüber die Dualität des Patriarchalismus des 18. Jahrhunderts, also ‘Furcht’ und ‘Liebe’, aber nicht auf gerechter Weise, so dass er in der idealen Vatergestalt versagt. Die Störung der patriarchalischen Ordnung kann man in allen Vater-Kind Beziehungen des Dramas finden. Dabei wird das Modell der biblischen Parabel vom verlorenen Sohn als ein scheinbares Muster für spannungsreiche Vater-Kind Konstellationen vor Augen geführt. Allerdings rebellieren die Söhne im Drama nicht gegen die Väter, stattdessen unterwerfen sie sich ihren Vätern selbstlos und ohne Vorwurf. Der Vaterzorn richtet sich auch gegen ein falsches, mit Vorurteilen behaftetes Bild von den Kindern. Deshalb durchlaufen die Väter am Ende des Dramas den Wandlungsprozess und versöhnen sich mit ihren Kindern. Das zwanghafte Bedürfnis nach Harmonie am Ende des Dramas - dazu gehört auch der groteske Akt der Selbstkastration Läuffers sowie seine standesgemäße Ehe mit der Bauerntochter - jedoch offenbart etwas Problemverdrängendes und Konfliktvermeidendes, wodurch die gesellschaftskritische Dimension des Stücks aufgezeigt wird. Auf diese Weise wird im Drama über die patriarchalische Familienstruktur des 18. Jahrhunderts, vor allem die Autotität bzw. die absolute Herrschaft der Väter, kritisch reflektiert. Das Drama der ‘Sturm und Drang’-Zeit lässt jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die patriarchalische Familienstruktur trotz einiger neuen Merkmale im 18. Jahrhundert letztendlich erhalten bleibt und dass Lenz insgesamt für den Patriarchalsmius plädiert.
Abstract
Der Patriarchalismus im Drama Der Hofmeister von Jakob M. R. Lenz In dem Drama Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung (1774) von Jakob Michael Reinhold Lenz geht es vorrangig um die Debatte bzw. Kritik an der Institution des Hofmeisters im 18. Jahrhundert. Das Motiv des Hofmeisters ist im funktionellen Kontext des Dramas jedoch der Familienthematik untergeordnet, wobei die Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen in der patriarchalischen Familienstruktur auffallend ist. In dieser Arbeit wird versucht, auf Grundlage der Textanalyse die Merkmale des Patriarchalismus im Drama der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu beleuchten. Die Störung in der patriarchalischen Familienstruktur findet sich vor allem im Haus des Major von Berg: Die Majorin tritt als eine herrschsüchtige Frau auf, die kaum mütterliche Rolle im traditionellen Sinne spielt, wodurch die hausväterliche Gewalt des Majors in Frage gestellt wird. Der Major seinerseits demonstriet den Kindern gegenüber die Dualität des Patriarchalismus des 18. Jahrhunderts, also ‘Furcht’ und ‘Liebe’, aber nicht auf gerechter Weise, so dass er in der idealen Vatergestalt versagt. Die Störung der patriarchalischen Ordnung kann man in allen Vater-Kind Beziehungen des Dramas finden. Dabei wird das Modell der biblischen Parabel vom verlorenen Sohn als ein scheinbares Muster für spannungsreiche Vater-Kind Konstellationen vor Augen geführt. Allerdings rebellieren die Söhne im Drama nicht gegen die Väter, stattdessen unterwerfen sie sich ihren Vätern selbstlos und ohne Vorwurf. Der Vaterzorn richtet sich auch gegen ein falsches, mit Vorurteilen behaftetes Bild von den Kindern. Deshalb durchlaufen die Väter am Ende des Dramas den Wandlungsprozess und versöhnen sich mit ihren Kindern. Das zwanghafte Bedürfnis nach Harmonie am Ende des Dramas - dazu gehört auch der groteske Akt der Selbstkastration Läuffers sowie seine standesgemäße Ehe mit der Bauerntochter - jedoch offenbart etwas Problemverdrängendes und Konfliktvermeidendes, wodurch die gesellschaftskritische Dimension des Stücks aufgezeigt wird. Auf diese Weise wird im Drama über die patriarchalische Familienstruktur des 18. Jahrhunderts, vor allem die Autotität bzw. die absolute Herrschaft der Väter, kritisch reflektiert. Das Drama der ‘Sturm und Drang’-Zeit lässt jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die patriarchalische Familienstruktur trotz einiger neuen Merkmale im 18. Jahrhundert letztendlich erhalten bleibt und dass Lenz insgesamt für den Patriarchalsmius plädiert.
- 발행기관:
- 한국브레히트학회
- 분류:
- 희곡(독일문학)